Wie beeinflusst die Schwangerschaft meine Rheumatoide Arthritis?

Die Rheumatoide Arthritis (RA), auch chronische Polyarthritis genannt, tritt bei Frauen dreimal so häufig auf wie bei Männern. Bei Frauen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren beginnt die RA auffallend oft innerhalb der ersten 6 Monate nach einer Schwangerschaft; nach der Geburt des Kindes am Termin, aber auch nach einer Fehl- oder Frühgeburt.


Frauen, die bereits eine RA haben und schwanger werden, erleben in 48-83% der Fälle eine deutliche Besserung ihrer Gelenkbeschwerden. Gelenkschwellungen und Schmerzen gehen oft im ersten Schwangerschaftdrittel zurück, die Gelenkfunktion verbessert sich und sie benötigen bis zur Geburt ihres Kindes weniger oder keine Medikamente. Ein Drittel dieser Patientinnen ist in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft volkommen symptomfrei. Mittlerweile kennt man einige klinische Faktoren, die mit einer niedrigen Krankheitsaktivität in der Zeit vor der Empfängnis zusammenhängen: so zum Beispiel die niedrige Krankheitsaktivität in der Zeit vor der Empfängnis, sowie negative oder niedrige Autoantikörper (Rheumafaktoren oder Antikörper gegen citrulliniertes Peptid).

Nicht alle Frauen mit RA erleben eine Besserung ihrer Arthritis. Vor allem wenn bei einer nicht gut kontrollierten Krankheit alle Medikamente in der Schwangerschaft abgesetzt werden, kann die Arthritis in der Schwangerschaft wieder auftreten, manchmal sogar schlimmer als vorher. Dann muss auch während der Schwangerschaft medikamentös behandelt werden.

In der Regel verursacht die RA keine besonderen Probleme für den Verlauf der Schwangerschaft. Die RA ist keine Indikation für einen geplanten primären Kaiserschnitt, eine vaginale Geburt kann angestrebt werden. Die Babys von RA-Patientinnen, die eine erhöhte Krankheitsaktivität in der Schwangerscahft aufweisen, können ein leicht vermindertes Geburtsgewicht aufweisen, adaptieren jedoch problemlos und sind gesund. 

Innerhalb des ersten Halbjahres nach der Schwangerschaft wird die Krankheit meist wieder aktiv, oft sogar mit einer vorübergehenden Verschlechterung. Dies ist bei stillenden Frauen und auch bein nicht-stillenden Frauen der Fall. Wichtig ist, dass eine Verschlechterung der RA nach einer Schwangerschaft rasch und effektiv behandelt wird, um Gelenkschäden zu verhindern und einen zufriedenstellenden Gesundheitszustand wieder herzustellen.

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